Anlässlich des Tages der Druckkunst am 15. März 2026
Künstlerinnen Führung durch die Ausstellung "Geographies of Light"
von Stefanie Jordan
Die Künstlerin Stefanie Jordan führt durch ihre Ausstellung von Linoldrucken
“A Geography of Light" -Topography, Reflection and the Printed Surface"
und erläutert den Herstellungsprozess (vielfarbiger Linoldruck mit mehreren Druckplatten) anhand von Beispielen.
Ausstellung "
A Geography of Light-Topography, Reflection and the Printed Surface"
von Stefanie Jordan
"A Geography of Light-Topography, Reflection and the Printed Surface" von Stefanie Jordan
Ausstellung von mehrfarbigen Linoldrucken vom 18. Februar bis 18. März 2026
im Cafe Freiraum, Katzbachstrasse 27, 10965 Berlin, insta: @freiraum.cafe,
Mo-Fr: 8-6 pm
Sa,So: 9-6 pm
Stefanie Jordan
Nach Experimentalfilmkursen am San Francisco Art Institute und einem Gastsemester an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg studierte sie Trickfilm an der Filmuniversität Potsdam-Babelsberg „Konrad Wolf“.
Ihre Trick- und Experimentalfilme wurden auf zahlreichen Festivals weltweit aufgeführt und mehrfach ausgezeichnet (u. a. mit dem Silbernen Bär, Internationale Filmfestspiele Berlin für LATE AT NIGHT).
Ihr 54-minütiger Dokumentarfilm SOME REAL HEAT (Regisseurin, Produzentin, Kamerafrau), wurde bereits in 4 Ländern ausgestrahlt und u.a. im Museum of Modern Art in New York gezeigt. Er wurde außerdem mit dem „Juliane Bartel Medien Preis 2003“ ausgezeichnet und diente als Grundlage für ein Radiofeature das sie für RBB Kulturradio herstellte.
Ihren filmischen Arbeiten ist neben Rezensionen in der internationalen Presse auch ein Kapitel in Alice Kuzniar’s Buch “The Queer German Cinema“ gewidmet (Stanford University Press / 2000). Darüber hinaus erhielt sie mehrere Male die Künstlerinnenförderung des Berliner Senates für Film/Video.
In den letzten Jahren wandte sie sich verstärkt dem künstlerischen Comic als weitere Ausdrucksform zu. Seit 2019 ihre erste sequentielle Erzählung im Rahmen des „Comicfensters“ in der Berliner U-Bahn lief, hat sie weitere grafische Narrative u.a. in Australien, Kanada und den USA veröffentlicht und war mit einem Exponat in einer Ausstellung beim Comic Festival 2021 in Stuttgart vertreten. Ihre Comic Miniaturen wurden 2023 im Rahmen der “Comicinvasion Berlin” in einer Satellitenveranstaltung ausgestellt.
Art Residencies führten sie in den letzten Jahren nach Brasilien, Island und zweimal auf die Kanarischen Inseln wo sie, neben der Passion fürs Malen und Zeichnen, auch ihr Interesse an Drucktechniken wieder entdeckte. So folgten im letzten Jahr mehrere Ausstellungen ihrer Linol-Druckarbeiten in Einzel- und Gruppenausstellungen in Berlin.
Stefanie Jordan lebt und arbeitet in Berlin als freie Künstlerin und Film Regisseurin.
Zu meinen Arbeiten
Meine Arbeit bewegt sich im Spannungsfeld von Materialität, Prozess und Wahrnehmung. Ausgangspunkt sind mehrfarbige Linoldrucke, die in komplexen, mehrstufigen Druckprozessen aus mehreren Platten entstehen. Die einzelnen Farbschichten sind dabei nicht additiv gedacht, sondern entfalten ihre Wirkung im Zusammenspiel von Überlagerung, Verschiebung und Transparenz. Licht und Schatten fungieren als strukturgebende Prinzipien, aus denen sich die Motive nicht abrupt, sondern schrittweise herausbilden. Das Bild entsteht als Verdichtung von Entscheidungen, Zufällen und zeitlichen Verschiebungen.
Im Zentrum der Arbeiten stehen organische Formen: Landschaften, Pflanzen, Wasserbilder sowie menschliche Gruppierungen. Diese Motive erscheinen nicht als abgeschlossene Darstellungen, sondern als offene Prozesse. Die Bildräume sind zugleich topografisch und narrativ organisiert; sie verweisen auf innere wie äußere Landschaften. Wiederkehrend arbeite ich mit seriellen Anordnungen, in denen sich ein Motiv über mehrere Drucke hinweg verändert, verdichtet oder auflöst. Die Reihung wird so zu einem zentralen ästhetischen Mittel, um Wandel, Zeitlichkeit und Differenz sichtbar zu machen.
Vor dem Hintergrund einer Gegenwart, in der Bilder allgegenwärtig und ihr Wahrheitsgehalt zunehmend relativ geworden ist, stellt sich für mich die Frage, wie sehr wir Bildern noch trauen können – und welche Schlüsse wir aus ihnen ziehen. Meine Arbeiten verstehen sich nicht als Behauptungen, sondern als Angebote zur Betrachtung. Sie verweigern die eindeutige Lesbarkeit und verweisen stattdessen auf Wahrnehmung als aktiven, subjektiven Prozess. Kleine, sich verändernde Nuancen innerhalb der seriellen Drucke eröffnen neue Deutungen, verschieben Bedeutungen und legen verborgene Ebenen frei.
Zwischen Abstraktion und Figuration angesiedelt, untersuchen die Arbeiten das Verhältnis von Fläche, Raum und Wahrnehmung. Das Bild wird dabei nicht als Abbild der Realität verstanden, sondern als Ort der Erkenntnis: als ein Raum, in dem sich Landschaft, Körper und Natur als miteinander verwobene Strukturen manifestieren – fragil, vieldeutig und stets im Werden begriffen. Der zeitliche Kontext nimmt Einfluss auf die Lesart und Deutung von Bildern, auch auf diese Subjektivität unseres Sehverhalten verweist meine kunstlerische Arbeit-sie macht die Rezeptionsprozesse erfahrbar.
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